Elite-Nachwuchs des Kfz-Gewerbes

12 Absolventen des dreijährigen Berufskollegs für Kfz-Mechatroniker starten nun in ihre berufliche Zukunft

Crailsheim. Die Innung des Kfz-Gewerbes Hohenlohe-Franken lud die Absolventen des technischen Berufskollegs in die Gewerbliche Berufsschule nach Crailsheim ein, um ihren erfolgreichen Abschluss würdig zu feiern. Rainer Biedermann, Obermeister der Innung, lobte das besondere Engagement, das die Berufskollegiaten an den Tag gelegt haben. Zusätzlich zur dualen Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker/in haben sie das dreijährige Berufskolleg durchlaufen, zahlreiche Zusatzqualifikationen erhalten und vier von ihnen haben außerdem die Fachhochschulreife erlangt.

Jahrgangsbester war Nico Feirer, Ausbildungsbetrieb Auto-Meiser GmbH in Crailsheim, als Zweitbester schnitt Lars-Patrick Speidel ab, der seine Ausbildung im Autohaus Bruno Widmann in Schwäbisch Hall absolviert hat.

Rainer Biedermann lobte: „Sie haben ein großes Etappenziel erreicht, Sie sind unsere Zukunft im Kfz-Gewerbe!“ Der Obermeister bat die Absolventen, junge Menschen im eigenen Umfeld zu ermuntern, den gleichen Weg einzuschlagen, „Sie sind wichtige Multiplikatoren für unser Berufskolleg.“ Angesichts rückläufiger Schülerzahlen müsse jeder aktiv Werbung für diese Bildungsmöglichkeit machen und auch Betriebe, die sich bisher nicht zum Ausbilden entschließen konnten, forderte Rainer Biedermann auf, Lehrstellen anzubieten und so die dringend benötigten Fachkräfte für das Kfz-Handwerk zu gewinnen. Der Schulstandort für den Ausbildungsberuf Automobilkauffrau/-mann hat man in Schwäbisch Hall mangels Auszubildenden leider verloren, das Berufskolleg dürfe man nicht verlieren. Es gelte, die Kräfte zu bündeln und auch für den 13ten Jahrgang Kollegiaten zu gewinnen, die die Eliteausbildung im Kfz-Handwerk absolvieren können.

       

 

 Der scheidende Leiter der Gewerblichen Schule in Crailsheim, Helmuth Sailer, ging in seiner Rede detailliert auf die Zusatzqualifikationen ein, die die Kollegiaten erwerben konnten, und hob hervor, dass es wirklich eine außerordentliche Leistung ist, neben der dreijährigen Ausbildung das Berufskolleg zu absolvieren und teilweise die Fachhochschulreife erlangt zu haben. Ihm dankte Rainer Biedermann im Namen der Innung für sein Engagement für den Nachwuchs und seinen Einsatz für das Berufskolleg. Helmuth Sailer geht nun in den wohlverdienten Ruhestand, sein Nachfolger als Schulleiter ist Studiendirektor Andreas Petrou, der ebenfalls an der Feierstunde teilnahm.

Roland Blind, vom Landesverband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, gratulierte den Absolventen und hob hervor: „Sie stehen an der Spitze unserer Berufsausbildung, nur 10 Prozent, der derzeit in Baden-Württemberg im Kfz-Handwerk Ausgebildeten, sind derart qualifiziert wie Sie“. Nun hätten sie viele berufliche Perspektiven, auch im Hinblick auf die neuen Antriebstechniken, da die Mechatroniker/innen des Berufskollegs für Fahrzeuge mit neuer System- und Hochvolttechnik speziell geschult wurden.

Achim Hofmann, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, ging in seinem Grußwort auf die besondere Qualifikation der Berufskollegabsolventen ein und nannte sie „Hoffnungsträger des Handwerks“. Sie hätten allen Grund optimistisch nach vorne zu blicken, ihnen stehen alle Wege offen, von Studium bis Meisterbrief.

Im Schlusswort ging auch Siegfried Göker, Stellvertretender Obermeister der Kfz-Innung, auf die Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten der Kollegiaten ein und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass möglichst viele dem Gewerk treu bleiben: „Unsere Betriebe brauchen Sie!“

         
Cröffelbach.
Die diesjährige Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft, an der die Obermeister und Delegierten der zugehörigen Innungen teilnahmen, eröffnete Kreishandwerksmeister Ulrich Stein. Zur Bewerbung der Landesgartenschau in Öhringen (noch bis 29. April), berichtete er, hat die Kreishandwerkerschaft vor ihrer Geschäftsstelle, mit Unterstützung der Innungen, Stehlen aufgestellt, die die Handwerkssymbole tragen. Das von den Stadtwerken Crailsheim initiierte Projekt www.saniermitmir.de lobte Ulrich Stein, sei doch das Handwerk von Anfang an involviert gewesen und als Projektpartner mitwirken können. Es geht dabei, Interessenten bezüglich energetischer Sanierung fachkundig zu beraten und die Handwerksbetriebe der Region als kompetente Partner der Energiesanierung mit einzubringen.
In seinem Grußwort freute sich Handwerkskammer-Präsident Ulrich Bopp darüber, dass man in Brüssel, nach zähen Verhandlungen, sich nun für den Erhalt des Meisterbriefes ausgesprochen hat. „Einerseits wird das duale System weltweit gelobt, andererseits hätte man den Ausbilder, also den Meister in Frage gestellt“, das habe sich widersprochen und sei aber nun glücklicherweise vom Tisch. Trotzdem müsse man ein Aufweichen der Meisterpflicht quasi über die Hintertüre fürchten, da es im Rahmen der neuen EU-Berufsleitlinien Erleichterungen und Ausnahmen für Zuziehende aus anderen europäischen Ländern gibt, die den deutschen Meisterbrief aushöhlen. Grundsätzlich sei die Lage des Handwerks aus konjunktureller Sicht gut, so Ulrich Bopp, lediglich der Nachwuchs- und Fachkräftemangel mache den Betrieben landesweit und gewerkübergreifend zu schaffen. Dass kaum Azubis fürs Handwerk begeistert werden können liege auch an der geänderten Bildungspolitik, die immer mehr Akademiker hervorbringe. In Baden-Württemberg fehlten im Jahr 2015 rund 35.000 Fachkräfte im Handwerk und eine Lösung sei derzeit nicht in Sicht. Man habe sich von den Flüchtlingen viel erhofft und bereits im letzten Jahr an einem Pilotprojekt von Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer in Wertheim teilgenommen, die das Ziel hatte, Flüchtlinge für Ausbildungsplätze zu gewinnen. „Was wir da erlebt haben, war ernüchternd“, alleine für das Erlernen der deutschen Sprache in Wort und Schrift müsse man zwei Jahre ansetzen, hinzu komme die Integration in unser Ausbildungssystem, „wir haben aktuell kaum Hoffnung, aus dieser Personengruppe Mitarbeiter und Auszubildende in größerer Zahl gewinnen zu können, frühestens in zwei bis fünf Jahren.“ Die Handwerkskammer Heilbronn hat eine „Kümmerin“ ein, deren Entlohnung vom Land mit 80 Prozent gefördert wird. Ihre Aufgabe ist es, Asylbewerbern mit Arbeitserlaubnis die Wege in die Berufstätigkeit zu ebnen und ausbildungsbereite Betriebe mit Interessenten zusammen zu bringen. Lobende Worte fand Ulrich Bopp für ein Pilotprojekt, in Zusammenarbeit zwischen Handwerkskammer, Innungen und Schulen, in dem Schüler der 7ten bis 9ten Klasse in handwerklichen Bereichen unterrichtet werden sollen. Es wird während der Landesgartenschau in Öhringen als Ferienprogramm im Rahmen des „Grünen Klassenzimmers“ einmal wöchentlich angeboten. „Die Resonanz ist sensationell, wir haben über 200 Anmeldungen“, leider könne man aber nicht alle nehmen, denn es stünden nur 48 Plätze zur Verfügung. Aufgrund des großen Interesses versuche man, weitere Kapazitäten zu schaffen, versprach der Handwerkskammerpräsident.
  Weitere Aktionen zur Gewinnung von Auszubildenden stehen auch in diesem Jahr auf dem Programm. Während des Handwerkertages in Künzelsau präsentiert sich das Handwerk unter dem Dach der Handwerkskammer. 14 Gewerke zeigen am gemeinsamen Stand ihre Berufsbilder und präsentieren die Ausbildungsberufe den Besucher/innen. Bei der Jobbörse der VR-Bank-Schwäbisch Hall-Crailsheim, am 20sten Juni, wird die Kreishandwerkerschaft die von ihr vertretenen Innungsberufe ebenfalls präsentieren. Des Weiteren ist geplant, im gesamten Gebiet der Kreishandwerkerschaft, zwischen Schwäbisch Hall, Crailsheim und Künzelsau, roulieren an Azubi-Messen und Veranstaltungen zum Tag des Handwerks teilzunehmen.

Achim Hofmann, neuer Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, stellte sich der Versammlung vor und schilderte seinen Werdegang in der Handwerkorganisation, der er seit 2005 angehört. Er kommt aus dem Ressort Finanzen/Personal und ist derzeit mit dem Umbau der Handwerkskammer befasst, die im Zeitplan liegt. Zur Bildungspolitik merkte auch er an, die „Studiereritis“ habe dem Handwerk den Nachwuchs genommen, da ab der Realschule keine Empfehlungen mehr für Handwerksberufe ausgesprochen werden. Im liege es persönlich am Herzen, Eltern und Lehrer zu sensibilisieren und ihnen die Chancen aufzuzeigen, die der Nachwuchs im Handwerk hat. Auch will er sich darum bemühen, dass Betriebsnachfolger für Handwerksbetriebe gefunden werden, die keinen eigenen Nachwuchs haben, denn „in der Übernahme von Betrieben liegen große Chancen für junge Handwerker.“

Die Jahresrechnung der Kreishandwerkerschaft legte Geschäftsführer Herbert Bay vor. Durch Fusionen sind einige Innungen aus der Geschäftsführung der Kreishandwerkerschaft ausgeschieden, was die Einnahmen und somit auch den finanziellen Spielraum der Kreishandwerkerschaft einschränkt. Dem Versorgungswerk des Handwerks habe man in Sachen Finanzen viel zu verdanken, da seine Unterstützung dem Haushalt zugutekommt und manche Aktion oder Anschaffung ermöglicht. Auf Empfehlung der Kassenprüfer stimmte die Versammlung der Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung für das Jahr 2015 zu. Geschäftsführer Herbert Bay wird im Jahr 2018 in den vorzeitigen Ruhestand gehen. Kreishandwerksmeister Stein erklärte, aus diesem Anlass werde man die Geschäftsstelle der Kreishandwerkerschaft neu strukturieren und befinde sich in Gesprächen mit den umliegenden Kreishandwerkerschaften, wie die Geschäfte künftig weitergeführt werden.

 

24 Goldene Meisterbriefe verliehen

Im Rahmen der Altmeisterfeier wurden Meisterjubilare geehrt

Ilshofen. Die diesjährige Altmeisterfeier der Kreishandwerkerschaft Schwäbisch Hall eröffnete Kreishandwerksmeister Ulrich Stein mit einer ergreifenden Geschichte, in der die Syerin Doaa von ihrer dramatischen Flucht erzählt. „Weihnachten und die Barmherzigkeit, Flüchtlinge bei uns aufzunehmen, haben sehr wohl etwas miteinander zu tun", begründete Ulrich Stein den ungewöhnlichen Start in die Feier zu Ehren der Altmeister des Handwerks. „Sie haben", wandte er sich an diejenigen, unter den über 300 Gästen, die ihr 50-jähriges Meisterjubiläum feierten, „Ihre Meisterprüfung abgelegt in einer Zeit, in der es weder Handy, noch Internet, noch Navi gab und haben das Handwerk in den letzten fünf Jahrzehnten entscheidend geprägt." Handwerkskammer-Präsident Ulrich Bopp nannte den Meisterbrief das Fundament für beruflichen Erfolg und versprach, der EU-Diskussion über die Abschaffung der Meisterpflicht mit geballter Kraft entgegen zu wirken. Er dankte den Meisterinnen und Meistern für ihre beruflichen und ehrenamtlichen Leistungen und hob hervor, dass sie alle dem Handwerk zu seinem ausgezeichneten Ruf verholfen haben. Zur aktuellen Situation im Raum Hohenlohe-Franken meinte Ulrich Bopp, dass 75 Prozent der Betriebe mit einem weiterhin guten Geschäftsverlauf rechneten und die Auftragsbücher voll wären. Gemäß des demographischen Wandels fehlten allerdings Bewerber um Ausbildungsplätze und somit auch Fachkräfte im Handwerk. Deshalb biete man verstärkt Flüchtlingen die Möglichkeit, sich mit Handwerksberufen vertraut zu machen. „Das Handwerk ist bereit und in der Lage dazu, diesen potentiellen Fachkräften eine soziale und integrative Perspektive zu geben." In einigen Gewerken habe man durch das Anbieten von Praktika bereits positive Erfahrungen mit den Migranten gemacht, die teilweise in Ausbildungsverträgen mündeten. Dann müsse aber, appellierte der Handwerkskammer-Präsident an die anwesenden Politiker aller Parteien, dann müsse aber gewährleistet sein, dass dieser Personenkreis nicht abgeschoben wird: „Die Betriebe und auch die Flüchtlinge brauchen Planungssicherheit." Arnulf von Eyb, Mitglied des Landtages, unterstützte die Aussage, dass man um den Erhalt des Meisterbriefes kämpfen wolle. Der Meister stehe für Wissen, Qualität, Können und Wollen im Beruf. Bezüglich Ausbildung meinte von Eyb, ein Umdenken sei erforderlich: „Alleine mit einem akademischen Grad ist nichts erreicht, wir brauchen auch Handwerker".  Was sei das für eine Aussicht, wenn Akademiker in ihren Berufen keine Stellen fänden und Taxifahrer würden, „dagegen kenne ich keinen einzigen Handwerker, der in seinem erlernten Beruf keine Anstellung finden würde."

Rainer Biedermann, stellv. Kreishandwerksmeister, gratulierte den Jubilanten zum Goldenen Meisterbrief und bat zur Überreichung:

Dieter Häberlein, Bäckermeister aus Niedernhall; Klaus Straub, Elektroinstallateurmeister aus Crailsheim; Fritz Moll, Elektroinstallateurmeister aus Vellberg; Karl Hofmann, Flaschnermeister aus Ilshofen; Otto Spriegel, Fleischermeister aus Gerabronn; Gunter Vittinghoff, Friseurmeister aus Crailsheim; Karl Schmitt, Gipser- und Stuckateurmeister aus Krautheim; Heinz Erkert, Glasermeister aus Mainhardt; Otto Freimüller, Kraftfahrzeugelektrikermeister aus Ilshofen; Kurt Gackstatter, Kraftfahrzeugmechanikermeister aus Satteldorf; Walter Keller, Kraftfahrzeugmechanikermeister aus Krautheim; Konrad Schulz, Landmaschinenmechanikermeister aus Schwäbisch Hall; Hermann Grabert, Malermeister aus Schwäbisch Hall; Wilhelm Aichele, Mechanikermeister aus Crailsheim; Friedrich Schoch, Schmiedemeister aus Michelfeld; Erich Faasen, Polster- und Dekorateurmeister aus Untermünkheim; Georg Windmüller, Schreinermeister aus Gaildorf; Wilhelm Kolb, Stuckateurmeister aus Frankenhardt; Friedrich Conrad, Tischlermeister aus Ilshofen; Dieter Rommel, Vulkaniseurmeister aus Crailsheim; nicht anwesend sein konnten: Werner Grimm, Elektroinstallateurmeister aus Crailsheim; Theodor Kuder, Flaschnermeister aus Schwäbisch Hall; Heinz Ludwig, Maler- und Lackierermeister aus Crailsheim; Horst Käfer, Fliesen-/Platten-/Mosaiklegermeister aus Künzelsau.
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„Im Handwerk ist jeder Mensch wichtig“

 

Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft Schwäbisch Hall befasst sich mit Nachwuchsfragen und signalisiert Bereitschaft, Flüchtlingen Praktika und Ausbildungsplätze anzubieten

 

Ingelfingen. In ihrer diesjährigen Mitgliederversammlung widmete sich die Kreishandwerkerschaft Schwäbisch Hall der Frage, ob Aktionen, wie die Präsentation des Handwerks am Tag des Handwerks am Kocherquartier in Schwäbisch Hall, den gewünschten Erfolg bringen. Wichtig, da war man sich einig, ist es, Präsenz zu zeigen, in den Dialog mit Verbrauchern und potentiellen Nachwuchskräften zu gehen und vor Ort zu zeigen, was das Handwerk, die Wirtschaftsmacht von Nebenan, leisten kann. Wie man den nächsten Auftritt der Innungen der Kreishandwerkerschaft Schwäbisch Hall gestalten wird, wird Thema der nächsten Vorstandsitzungen sein. Obermeister Ulrich Stein sieht einen wichtigen Meilenstein der Nachwuchsgewinnung in der Job-Börse der VR-Bank Schwäbisch Hall im kommenden Jahr. Da werde das Handwerk der Region nicht nur vertreten, sondern Partner sein, wovon er sich aus Sicht der Öffentlichkeitswirkung viel verspreche. In seinem Grußwort an die Obermeister sprach Handwerkskammer-Geschäftsführer Ralf Schnorr von einer guten Wirtschafts- und Konjunkturlage, die auch bei den Handwerkern zu einer guten Auftragslage führt. „Leider fehlen weiterhin Fachkräfte zum Abwickeln der Aufträge“, so Ralf Schnörr. Doch die bundesweite Handwerkskampagne und die eigenen Anstrengungen der Innung zeigten jedoch Wirkung: „Die Ausbildungszahlen sind um 1,3 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr, im Gebiet der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, gestiegen.“ Wichtig findet Ralf Schnörr, dass ein Umdenken einsetzt und Eltern erkennen, dass nicht jedes Kind eine akademische Laufbahn einschlagen kann und muss: „Welche Karrieren im Handwerk möglich sind, wird viel zu wenig gesehen.“ Vor allem in den sogenannten Mangelberufen, wie Bäcker, Metzger, Elektriker, bleiben weiterhin zahlreiche Ausbildungsstellen unbesetzt. Die Hoffnung auf Auszubildende aus den Reihen der Flüchtlingen dämpfte Ralf Schnörr mit dem Hinweis, Integration gehe nicht von heute auf morgen, derzeit seien die sprachlichen Barrieren das größte Problem, das vorrangig gelöst werden muss. Im Januar hat die Handwerkskammer einen Infoabend für Betriebe geplant, die sich vorstellen können, interessierten Flüchtlingen Praktika und/oder Ausbildungsplätze anzubieten, die Bereitschaft dazu sei bereits signalisiert worden. Durch die Beantragung eines sogenannten „Kümmerers“, einer 100-Prozent-Stelle für eine Person, die sich speziell um Flüchtlinge kümmert, wolle man die Integration interessierter Flüchtlinge in die Arbeitswelt des Handwerks fördern.

Kreishandwerksmeister Ulrich Stein unterstrich die Wichtigkeit, das Handwerk als Geschlossenheit zu präsentieren und so der Bevölkerung die Handwerksberufe nahe zu bringen. Die Landesgartenschau im kommenden April in Öhringen werde das Handwerk der Region auch nützen, um möglichst viele Besucher anzusprechen und durch Aktionen mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Er bat die Innungen um rege Beteiligung.

Das Referat des Abends hielt Michael Vaas, Strategie- und Managementberater aus Neuler. Er prognostizierte, dass die Innovation viele traditionelle Berufsbilder zum Verschwinden bringen wird. Den Unternehmern riet er, sich eine Strategie für die nächsten fünf bis 10 Jahre zu überlegen und selbst zu definieren, wo sie dann stehen wollen. Zieldefinition, Strategiefestlegung und die notwendige Flexibilität, sich den Veränderungen des Marktes anzupassen, lauteten seine Empfehlungen. Mitarbeiter müssten in Prozesse einbezogen werden und es muss ihnen aufgezeigt werden, welche Visionen das Unternehmen für die nächsten Jahre hat. Dadurch wird Identifikation und Perspektive geschaffen, die Mitarbeiter fühlen sich Zuhause in „ihrem“ Betrieb und ziehen mit den Unternehmer an einem Strang. Gerade die familiären und kleinen oder mittelständischen Strukturen der Handwerksbetriebe, schloss Ulrich Stein, sind ein großes Plus des Handwerks: „Bei uns im Handwerk ist jeder einzelne Mensch wichtig. Hier ist keiner eine Nummer, sondern zählt als Individuum.“
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349 Mal geballte Handwerkskompetenz

Kreishandwerkerschaft Schwäbisch Hall erhebt Nachwuchs in den Gesellenstand und ehrt 30 Prüfungsbeste

Crailsheim. Die Kreishandwerkerschaft Schwäbisch Hall sprach am Donnerstag, 24. September, die Jung-Gesellinnen und Jung-Gesellen der von ihr vertretenen Innungen von den Pflichten ihrer Ausbildungsverhältnisse los. Kreishandwerksmeister Ulrich Stein begrüßte die Gäste und Teilnehmer an der festlichen Veranstaltung im Hangar. Er freute sich über das zahlreiche Erscheinen und erklärte, der Festabend werde zu Ehren des Handwerksnachwuchses ausgerichtet, als Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung der erbrachten Leistungen. Losgesprochen und in den Gesellenstand erhoben wurden 349 Junghandwerkerinnen und Junghandwerker aus den Gewerken Bäckerei, Bau, Elektro, Friseur, Glaser, Kfz, Maler, Metall-Mechanik, Sanitär-Heizung-Klima, Stuckateur, Raumausstatter, Schreiner, Zimmerer. 30 von ihnen wurden als Prüfungsbeste geehrt, „Bester der Besten“ war Simeon Joos, der Maurer im Ausbildungsbetrieb Friedrich Feuchter in Crailsheim gelernt hat.

In seiner Festansprache ging Ehren-Kreishandwerksmeister Werner Dierolf auf den Tag des Handwerks ein, an dem sich die Kreishandwerkerschaft Schwäbisch Hall und von ihr vertretene Innungen am Kocherquartier in Schwäbisch Hall präsentiert haben. Er lobte die gelungene Leistung des Handwerksnachwuchses und hob hervor: „Hier sitzt die Zukunft!“ Das deutsche, duale Ausbildungssystem werde weltweit bewundert und als vorbildlich betrachtet. Entsprechend stehen deutschen Handwerkinnen und Handwerker alle Türen offen, weltweit und auf allen Bildungsebenen. Nicht nur für ihr Fachwissen werden die Handwerker geschätzt, sondern auch für ihre Verlässlichkeit, Kompetenz, ihr Durchhaltevermögen, ihre Leistungsbereitschaft und ihre Hilfsbereitschaft. Auf diese Qualitäten dürfe man zurecht stolz sein, „stolz, aber nicht arrogant“, meinte Werner Dierolf.
Der stellvertretende Kreishandwerksmeister, Rainer Biedermann, riet dem Handwerksnachwuchs positiv in die Zukunft zu schauen und eventuelle Durststrecken nicht zu bedauern, sondern sie zu neuem Denken und neuem Handeln zu nützen. Er bat sie um Engagement für den Berufsstand und um ehrenamtliches Engagement in ihrem Gewerk und der Gesellschaft, „so werden Sie wertvolle Bürgerinnen und Bürger unseres Staates“. Im Anschluss erhielten die 349  Junghandwerker/innen ihre Gesellenbriefe und waren zu einem Stehimbiss, mit von der AOK gesponserter Saftbar, eingeladen.

Den musikalischen Rahmen gestalteten Sarah Kiene und Joshua Theobald. Die Schwäbisch Hallerin Sarah Keine ist bekannt aus der Show „The Voice of Germany“, bei der sie von der Jury für ihren Gesang sehr gelobt wurde.
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Tag des Handwerks in Schwäbisch Hall

 

Am 19. September fand der fünfte Tag des Handwerks statt, der unter dem Motto „Leidenschaft ist das beste Werkzeug“ stand. Handwerksorganisationen und Betriebe bundesweit, so auch in Schwäbisch Hall, präsentierten die Vielfalt des Handwerk und luden Jugendliche dazu ein, sich über die vielen Ausbildungsangebote zu informieren.

Schwäbisch Hall. Unter Regie der Kreishandwerkerschaft Schwäbisch Hall haben acht Innungen die Gelegenheit genützt, sich am beliebten „Kocherquartier“, der gut frequentierten, zentral gelegenen Einkaufsmeile,  in Schwäbisch Hall am Tag des Handwerks zur präsentieren. Mit dabei war die Bäckerinnung Hohenlohe, die mit verführerischem Duft von frisch gebackenen Brezeln und Flammkuchen die Besucher anlockte, die Elektroinnung Schwäbisch Hall-Crailsheim, die die modernen Berufsbilder im Elektrohandwerk für zukünftige Azubis aufzeigte, die Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Hohenlohe-Franken, mit Informationen über die unterschiedlichen Berufsbilder im Kfz-Bereich und einem  Radwechsel-Mitmachwettbewerb, bei dem es attraktive Preise zu gewinnen gab. Die Maler- und Lackiererinnung Hohenlohe bot ihrerseits Ausbildungsplätze an und lud zum Auspropieren von Schablonierarbeiten ein, die Raumausstatterinnung Hohenlohe präsentierte ihren Beruf im Wandel der Zeit, die Innung Sanitär Heizung Klima Schwäbisch Hall informierte die Besucher über moderne Heiztechnik, Wasser im Haus und schöne Bäder, von der Zimmererinnung Schwäbisch Hall konnten Interessierte sich über nachhaltiges Bauen mit Holz sowie energetische Sanierungen informieren lassen sowie beim beliebten Nagelspiel mitmachen und die Stuckateurinnung Hohenlohe präsentierte Gestaltungsideen für Wohnräume und bot als Mitmachaktion das Gießen dekorativer Formen an. Am Stand der Kreishandwerkerschaft Schwäbisch Hall informierte Kreishandwerksmeister Ulrich Stein die Besucherinnen und Besucher über die Organisation des Handwerks und die zahlreichen, zukunftsorientierten Berufsbilder der verschiedenen Gewerke. Bei gutem Wetter kamen zahlreiche Besucher, suchten das Gespräch mit den Handwerksmeistern an den verschiedenen Ständen und nützten die Gelegenheit,  sich über Ausbildungsplätze und Karriere-Chancen im Handwerk zu informieren. Man dürfe natürlich nicht davon ausgehen, so Kreishandwerksmeister Stein, dass man an so einem Tag gleich Ausbildungsverträge abschließen kann, aber die Kontaktaufnahme mit Schülern und Eltern sei wichtig zu Nachwuchsfindung. Die Präsentation vor Ort sei eine Stärke des Handwerks, das regional und flexibel agieren und so auf sich aufmerksam machen kann. „Es ist wichtig, im Bewusstsein der Bevölkerung verankert zu bleiben und die Bedeutung des Handwerks als Wirtschaftsmacht von Nebenan herauszustellen“, fasst Ulrich Stein die gelungene Aktion zusammen.
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Während der Job-Börse der VR Bank in Schwäbisch Hall haben zahlreiche Handwerksinnungen aus der Region ihre Berufe präsentiert und Schülerinnen und Schülern attraktive Ausbildungsangebote gemacht. Neben Informationen über die Berufsbilder des Handwerks gab es auch einen sogenannten Handwerker-Quiz, in dem die Innungen für die richtige Beantwortung gewerksbezogener Fragen attraktive Gewinne in Aussicht stellten. Viele der jugendlichen Job-Börse Besucherinnen und Besucher beteiligten sich. Die Gewinner wurden von der Kreishandwerkerschaft Schwäbisch Hall in ihre Räume im Haus des Handwerks eingeladen um ihnen ihre Gewinne zu überreichen und sich bei ihnen für die Teilnahme zu bedanken.