Während am Samstag die Sonne den Crailsheimern und ihren Besuchern lachte, war der Festzug des traditionsreichen Fränkischen Volksfestes am Sonntag von dunklen Wolken überschattet. Die Akteure zeigten trotzdem gute Laune und zogen in strömendem Regen fast zwei Stunden lang durch die Stadt. Der Festzug wird im Wechsel von den Schulen und Vereinen, der Landwirtschaft oder, wie in diesem Jahr, von den Firmen an der Jagst gestaltet. Dementsprechend beteiligte sich die Kreishandwerkerschaft Schwäbisch Hall mit ihren Gewerken mit sieben Wagen am Umzug, die sich unter dem gemeinsamen Slogan „Das Handwerk, die Wirtschaftsmacht von nebenan“ präsentierten. Angeführt vom Wagen der Kreishandwerkerschaft mit Innungslogos und Handwerkskampagnen-Logo folgte die Bauinnung Schwäbisch-Hall/Crailsheim. Die Zimmererinnungen Crailsheim und Schwäbisch Hall präsentierten ihr Gewerk ebenso wie die Stuckateurinnung Hohenlohe und die Glaserinnung. Ihr kreatives Handwerk stellte die Schreiner-Innung Hohenlohe auf ihrem Festwagen vor, die Bäckerinnung Hohenlohe, angeführt von Obermeister Eberhardt Glück, ließ als Eyecatchern für die kleinen Zuschauer „Bernd, das Brot“ um ihren Wagen tanzen. Dem Oldtimer-Bus der Kfz-Innung Hohenlohe-Franken lief Obermeister Rainer Biedermann voraus und verteilte Gadgets an das Publikum, während die anderen Vertreter der Kfz-Innung an diesem verregneten Festtag eindeutig die beste Position in dem Reisebus mit der werbewirksame Aufschrift „Ohne uns läuft nichts“ hatten.

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Schwäbisch Hall. Mit einem ansprechenden Flyer hatten die beiden Zimmererinnungen Schwäbisch Hall und Crailsheim, zusammen mit den Fachlehrern der Gewerblichen Berufsschule Schwäbisch Hall, mit Haupt-, Werk- und Realschulen des Umkreises Kontakt aufgenommen und deren Schüler eingeladen, an einem dreitägigen Pilotprojekt teilzunehmen. Die Flyer sollten über die Klassenlehrer an interessierte Schüler/innen der Stufe acht und neun weitergegeben werden. Bei der ersten Aktion waren sieben Schüler, bei der zweiten neun, zum praktischen Unterricht in der Berufsschule angetreten. Roland Kern, Technischer Lehrer Fachbereich Bautechnik, brachte die Azubis auf Probe mit „richtigen" Zimmerer-Azubis zusammen und teilte jedem Schüler einen Mentor aus dem ersten Ausbildungsjahr zu. Gemeinsam arbeiteten sie am Projekt „Fachwerkhaus" bei dem Holzkonstruktionen abgebunden, montiert und aufgebaut werden sollen und eine Treppe gebaut wurde. Die Fachwerk-Häuschen fanden nach Projektende ihren Einsatz auf einem Kinderspielplatz. Nach Projektabschluss können die Azubis auf Probe mit ihren Mentoren in ein Betriebspraktikum gehen und das Berufsbild des Zimmerers noch näher kennenlernen. Man hoffe, so Roland Kern, dass sich einerseits die Azubis auf Probe so für das interessante Berufsbild des Zimmerers begeistern lassen und andererseits, dass das Projekt eine positive Außenwirkung hat. „Unsere vielseitigen und interessanten Handwerksberufe sind viel zu wenig im Bewusstsein der Öffentlichkeit und sollen durch unser Projekt publik gemacht werden", so Roland Kern. Das von den Zimmerern-auf-Probe erbetene kurze Resümee über ihre Praxistage gibt dem Projekt recht: „Ich wusste gar nicht, wie interessant der Beruf ist" war zu lesen und „Ich kann mir vorstellen, den Beruf zu lernen" und fast einhellig die Aussage „es hat mir Spaß gemacht und war sehr interessant".

Zimmerer auf Probe
Bereits zwei Mal versuchten sich Schüler,
im Rahmen eines dreitägigen Pilotprojektes
zur Berufsorientierung, als Zimmerer-Azubis
an der Gewerblichen Schule Schwäbisch Hall

 

   
 
Schwäbisch Hall. Die Maler- und Lackiererinnung Hohenlohe hielt ihre diesjährige Frühjahrsversammlung in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall ab. Jochen Schroff, Bezirksleiter bei Fa. Würth, auf dessen Einladung die Innung gekommen war, begrüßte die Teilnehmer/innen und stimmte sie auf den der Versammlung voran gehenden Rundgang durch das Museum ein. Dort gastieren Werke der Nationalgalerien der Staatlichen Museen zu Berlin unter dem Motto „Moderne Zeiten“. In dem geführten Rundgang erfuhren die Teilnehmer/innen interessante Details über die rund 200 berühmtesten Werke der zeitgenössischen, modernen Kunst des 20sten Jahrhundert. Die weltbekannten Exponate stammen aus den Jahren 1900 bis 1945 und spiegeln das dramatische Zeitgeschehen sowie den wechselnden Zeitgeist dieser Epoche wider. Die spektakuläre Ausstellung beeindruckte die Besucher nachhaltig und gab ihnen einen einzigartigen Einblick in die wechselhafte Geschichte, Kunst und Politik der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Im Anschluss an die Museumsführung trat die Innung zu ihrer Frühjahrsversammlung zusammen. Obermeister Ulrich Stein trug seinen Kurzbericht vor und freute sich, dass auch der stellvertretende Kreishandwerksmeister, Rainer Biedermann, an der anwesend war. Prüfungsausschussvorsitzender Carsten Höflinger gab einen Kurzabriss über die Ausbildungssituation in der Innung. Das Niveau der letzten Zwischen- und Gesellenprüfungen nannte er „breit gefächert“. Besonders hervorhebenswert ist, dass der diesjährige Sieger des Praktischen Leistungswettbewerbs der Region Heilbronn-Franken, Kim Benjamin Foss, Ausbildungsbetrieb Foss GmbH Malerwerkstätte in Weißbach, aus dem Innungsgebiet stammt. Nach den Regularien präsentierten Hans-Jörg Trucksäß, Niederlassungsleiter, und Steffen Welß, Verkauf, neue Produkte der Firma Würth, die speziell auf den Bedarf der Maler- und Lackiererbetriebe zugeschnitten sind.